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Nuk
Nuk ist ein kleines süßes Schweinchen. Nur sein Rüssel ist etwas zu
lang. Nuk findet das aber toll. Er kann mi seinem Rüssel sogar einen Rüsselstand machen oder stille Post
spielen.
Die anderen Tieren am Bauernhof sind nicht so begeistert. Immer wenn der Hund Ottokar Nuk
erblickt, sagte er: "Du meine Güte, Nuk, wie siehst du denn aus?"
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Der Traum
Auch die anderen Tiere haben ein Problem mit Nuks Aussehen. Franz, der
Hahn, ärgerte sich, weil seine Hühner immer zu gackern beginnen, wenn sie Nuk
sehen.
Doch Nuk ist sich seiner Schuld nicht bewusst. Für ihn ist es ganz normal, einen so langen Rüssel zu
haben.
Am Schlimmsten ergeht es Kater Knurr.
Eines Nachts wacht er erschrocken auf, denn er hatte einen furchtbaren
Traum.
Im Traum sah er, wie Nuk zu einem riesengroßen Schwein mit Elefantenrüssel heranwuchs zu einem
Elefantenschwein!
Das schöne Leben auf dem Bauernhof war mit einem Schlag vorbei.
Kater Knurr erfasste eine so furchtbare Angst, dass er allen Tieren seinen Traum
erzählte. Da bekamen such sie Angst vor dem riesengroßen
Elefantenschwein.
In der darauf folgenden Nacht trafen sich die Tiere heimlich in der alten
Scheune, um über Nuks Schicksal abzustimmen.
"Wer will ein Elefantenschwein, das elefantengroße Futterberge
verfrisst, das einen eigenen riesengroßen Stall benötigt und das Millionen schaulustiger Menschen
anlockt?", fragte der Kater.
Niemand wollte das.
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Der Abschied
Schon am nächsten Morgen rief Kater Knurr Nuk zu sich. Er überreichte dem Schweinchen eine Schachtel und miaute mit trauriger
Stimme: "Das ist ein Abschiedsgeschenk."
"Wer verabschiedet sich denn?", wollte Nuk wissen.
"Du", schluchzte der Kater. Da ihm die Situation doch unangenehm war, erklärte er Nuk
schnell, wie praktisch die Schachtel war.
"Wenn du die Schachtel aufsetzt, wird niemand deinen Rüssel
sehen," sagte Kater Knurr. "Du wirst aussehen, wie ein gewöhnliches kleines
Schweinchen, das eine Schachtel trägt."
Danach wünschte Kater Knurr Nuk noch alles Gute für seine Reise und ließ ihn mit seiner Schachtel allein
zurück.
Nuk war sehr traurig, denn auf einmal hatte er kein Zuhause mehr, und keines der andren Tiere war
gekommen, um sich von ihm zu verabschieden.
Nuk nahm die Schachtel und machte sich auf den Weg.
"Vielleicht gibt es einen Ort, wo sich jemand über ein Langrüsselschweinchen wie mich
freut", dachte er, und dieser Gedanke gab ihm wieder Hoffnung.
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Die mutigste Maus von hier nach dort
Nuk irrte eine Zeit lang umher, bis er einen Wald erreichte. Da er sich bisher nicht getraut
hatte, die Schachtel vom Kope zu nehmen, sah er nur den Boden unter
sich. Die Bäume bemerkte er meistens zu spät.
Nachdem er gegen mindestens zehn Bäume gerannt war, nahm er die Schachtel ab und stellte sie auf den
Boden.
Über ihm, auf einem Baum, befand sich ein großes Nest, in dem der Waldvogel saß und mit aller Kraft ein Ei
herausdrückte. Nach einer Anstrengung gelang es dem Vogel, und das Ei kam zum
Vorschein.
Der Waldvogel holte tief Luft und ließ sein allerlautestes Begeisterungskrähen
hören. Eine kleine Maus, die gerade des Weges kam, fiel vor Schreck
um.
Nun entdeckte die Maus, die zitternd am Boden lag, und eilte zu ihr.
"D-d-d-der Schrei des Mo-mo-monstergockelhahns," piepste die Maus mit leiser zitriger
Stimme. Doch als sie das rosa Schweinchen mit dem langen Rüssel
entdeckte, erschrak sie noch viel mehr.
"Ein Saugrüsselschweineungeheuer", hauchte die Maus und schloss die
Augen.
"Ich heiße Nuk, kann ich dir helfen?" erkundigte sich das
Schweinchen.
Nach einer Weile schlug die Maus ihre Augen wieder auf. "Hallo," stotterte
sie, "Ich bin die mutigste Maus von hier nach dort. Du hast einen tollen
Rüssel!", fügte sie hinzu.
"Ich bin nicht sicher, aber ich glaube, so ein langer Schweinerüssel ist
einmalig", erklärte ihr Nuk. "Weil es mich nur einmal
gibt!" fügte er hinzu.
"Oh!", sagte die Maus. "Ich kenne einen Orangenbären, der ist auch
einmalig. Er kommt aus dem Wald der Vielfalt. Dort sind alle Tiere
einmalig."
"Ein Wald, in dem alle Tiere einmalig sind, muß großartig
sein", überlegte Nuk. Und plötzlich wusste er, wohin er
wollte!
"Oh, mutigste Maus von hier nach dort, bin ich froh, dass ich dich getroffen
habe!", rief das Schweinchen begeistert.
Die Maus erklärte sich bereit, den Orangenbären zu holen. Nuk war
überglücklich, denn dann konnte er ihn nach dem Weg in den Wald der Vielfalt
fragen.
Mutig machte sich die Maus auf den Weg. Nuk setzte sich in die Schachtel, um etwas
auszurasten. "Sie ist wirklich sehr mutig," dachte er und schlief
ein.
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Drachenbesuch
Plötzlich riss eine Stimme Nuk aus dem Traum, und etwas kitzelte ihn an seiner
Nase. Er öffnete die Augen. Direkt über ohm schwebte ein Papierdrachen in der
Luft.
"Hallo, ich bin Luftikuss, wie Luft und Kuss!" verkündete der
Drachen. "Ist deine Trompete angewachsen, Kleiner?", wollte Luftikuss
wissen.
Nuk gab keine ntwort. Er fand die Frae nicht lustig.
"Komm Kleiner, machen wir einen Rundflug!" rief der
Drachen. "Du bist eingeladen!"
"Danke," sagte Nuk, "ich warte hier auf jemanden."
"Bis der kommt, sind wir längst wieder zurück", erklärte Luftikuss.
Nuk überlegte. "Tut mir Leid", entschied er, "ich will den Orangenbären auf keinen Fall
versäumen."
Luftikuss flog enttäuscht weiter.
Nuk hatte die richtige Entscheidung getroffen, denn der Orangenbär war bereits auf dem
Weg.
Zur selben Zeit verließ aber auch der Waldvogel sein Nest. Sein Junges würde blad
schlüpfen, und er musste noch einen geeigneten Babysitter finden. Da erblickte er den
Orangenbären. Dieser kuschelige wweiche Bär kam wie gerufen! Der Orangenbär hingegen bemerkte den Waldvogel
nicht. Er war völlig überrascht, als ihn dieser mit seinem Schnabel
packte.
"Halt, wer ist da," rief der Orangenbär und merkte plötzlich, wie er in die Luft gehoben
wurde.
"Oh, nein!" rief der Bär. "Mir wird schwindlig!" Doch der Waldvogel trug den armen Bären immer höher und
höher. Und schließlich setzte er ihn hoch oben in sein Nest. Der Orangenbär wagte es nicht
hinunterzublicken, den er hatte furchtbare Höhenangst. Der Waldvogel versprach dem
Bären, dass er sich gut um ihn kümmern wolle.
"Mein Baby wird gleich schlüpfen, und ich werde für euch Würemer
besorgen." Er warf einen letzten zufriedenen Blick auf den Bären und sein Ei, dann flog der Waldvogel
davon.
"Oh, nein!" stöhnte der Bär, der nun hilflos im Nest saß und das Ei des Waldvogels fest umklammert
hielt.
Der Orangenbär begann um Hilfe zu rufen, und seine kläglichen Schreie drangen über die Baumkronen hinweg tief in den Wald
hinein. Auch Nuk vernahm die Hilferufe. Er stellte sich auf seine Schachtel und sah sich
um. Woher kamen die Schreie bloß? Da erblickte er hoch oben in den Bäumen einen orangenen
Fleck. Das musste der Orangenbär sein!
Nuk überlegte erst gar nicht lange, wie der Bär dort hinauf gelangt war, sondern eilte sofort zu dem
Baum, auf dem der Orangenbär saß.
"Ich komme dir zu Hilfe!", rief Nuk und lehnte die Schachtel gegen den
Baum.
1. Versuch: Nuk stürmte über die Schachtel und wollte den Baumstamm
hinauflaufen. Das Schweinchen kam aber leider nicht sehr weit.
2. Versuch: Nuk machte auf der Schachtel seinen berühmten Rüsselstand, doch der Baum war höher als er gedacht
hatte, und Nuk reichte nicht bis zu dem Bären hinauf.
3. Versuch: Nuk nahm Anlauf, rannte die Schachtel hoch und sprang. Doch auch dieser Versuch
scheiterte, und Nuk erkannte, dass Schweine eben keine guten Kletterer
sind.
Nach zehn weiteren Versuchen war Nuk erschöpft und noch immer auf der
Erde. Verzweifelt sah das Schweinchen zu dem Orangenbären hoch, der noch immer in dem Nest saß und das Ei
umklammerte.
'Wenn ich ein Affe wäre oder Flügel hätte,' dachte Nuk
zerknirscht.
Und da fiel ihm Luftikuss ein. Ein wunderbarer Gedanke, bloß der Drachen war längst
entflogen.
Hoch oben auf dem Baum, im Nest des Waldvogels, schrie der Orangenbär noch immer um
Hilfe. Mittlerweile war er aber schon ganz heiser.
Unten auf der Erde rief Nuk nach Luftikuss.
Ob es die Hilfeschreie des Orangenbären oder Nuks Rufe gewesen waren, der Drachen kam tatsächlich
angeflogen.
"Na, Kleiner", rief er schon von weitem, "hast du jetzt Lust auf einen
Flug?"
"Hab ich!" bestätigte Nuk. "Auf einen Rettungsflug. Wir müssen dem Orangenbären
helfen. Er hängt dort oben zwischen den Zweigen fest."
"Großartig", verkündete Luftikuss. "Ich liebe
Rettungsflüge."
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Die Rettungsaktion
"Du musst dich nur an meiner Schnur festhalten", erklärte
Luftikuss. Im Tiefflug sauste er auf Nuk zu. Dieser packte im richtigen Augenblick die Schnur und wurde
mitgerissen.
Und es ging los, im Tiefflug haarscharf an einem Baumstamm vorbei. Nuk wurde durch einen Busch gezogen und blieb beinahe in ihm
hängen! Endlich stieg der Drachen höher. Luftikuss begann vor Begeisterung zu
singen. "Ich bin Luftikuss, wie Luft und Kuss "
"Achtung, wir fliegen gleich am Orangenbären vorbei!", rief
Nuk, der den Bären bereits erblickt hatte. Luftikuss stoppte augenblicklich und fiel beinahe selbst inst
Nest. "Ah, so eine Rettungsaktion ist doch nicht so einfach", erklärte der
Drachen. Nuk hielt sich mit einer Hand an der Schnur des Drachen
fest.
Mit der anderen Hand versuchte er den Orangenbären zu fassen. Auch der Bär streckte eine Tatze nach Nuk
aus. Mehr wagte er nicht, denn mut de randeren Tatze musste er sich am Ei
festhalten. Der Drachen setzte bereits zur dritten Umkreisung an. Mit absoluter Ruhe und
größter Zielsicherheit steuerte er auf den Bären zu. Diesmal bekam das Schweinchen den Bären zu
fassen, und mit einem Ruck hob er ihn aus dem Nest.
Der Abwärtsflug war nicht mehr so einfach. Nuk und der Orangenbär gemeinsam waren zu schwer für den
Drachen. Eer trudelte zwischen den Zweigen hindurch in die Tiefe.
"Loslasseb!", rief Luftikuss, "Sonst gibt es eine
Bruchlandung!"
Nuk und der Orangenbär gehorchten und purzelten zu Boden. Zum Glück dämpften weiche Moosballen ihren
Sturz.
Luftikuss war schon wieder hoch oben in der Luft.
"Danke!", rief Nuk ihm nach. "Das macht dir so schnell keiner
nach!"
"Ich weiß", lachte Luftikuss und flog singend davon. Der Orangenbär saß verdutzt da. Er konnte noch gar nicht
fassen, dass er wieder festen Boden unter seinen Füßen hatte.
"Puh!" , sagte er schließlich und blickte zum Nest hinauf. "Bin ich
froh, dass ihr mich gerettet habt!"
"Ich bin froh, dass du hier bist", sagte Nuk. "Du musst mir unbedingt den Weg zum Wald der Vielfalt
zeigen."
"Ja", sagte der Orangenbär, "das würde ich gerne, aber " Der Orangenbär
seufzte, dann erklärte er Nuk, dass er den Wald der Vielfalt nur erfunden
hatte. Es war eine Notlüge gewesen, weil er doch so anders aussah. Wenn es diesen Wald der Vielfalt gegeben
hätte, hätte der Orangenbär gerne dort gewohnt.
"Schade", sagte Nuk traurig. Er konnte nicht verhindern, dass ihm eine Träne der Enttäuschung aus seinem Auge kullerte und seinen Rüssel
entalngrollte.
"Entschuldigt", piepste da plötzlich eine fine Stimme.
"Ich habe euch belauscht. Ich weiß, wo der Wald der Vielfalt
ist." Die Stimme gehörte der mutigsten Maus von hier nach dort.
"Du!", riefen Nuk und der Orangenbär beinahe gleichzeitig.
"Ja", piepste die Maus. "Der Wald der Vielfalt ist
hier!", verkündete sie. "Du, Orangenbär, bist einmalig, denn du hast ein einzigartiges
Fell. Und deinen Rüssel, Nuk, den muss man erst einmal gesehen
haben! Und ich bin einmalig mutig, oder?"
"Da hat die Maus Recht", entschied der Orangenbär. "Viele einmalige Waldbewohner ergeben eine
Vielfalt! Aber wer weiß, ob Nuk überhaupt hier bleiben möchte?" Der Orangenbär wandte sich dem Schweinchen
zu: "Ich würde mich auf alle Fälle sehr freuen, denn ich wäre gern dein
Freund!"
"Ich auch", piepste die Maus. Nuk war gerührt. Er spürte, dass er ein Zuhause gefunden
hatte, weil ein Zuhause dort ist, wo man Freunde hat.
Die Schachtel schenkte Nuk der kleinen Maus. Sie nagte zwei Sehlöcher hinein und war von nun an die mutigste Schachtelmaus von hier nach
dort.
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